Aktuelles

Im Jahre 1961 rief der aus Dülmen stammende Missionar Friedrich Kaiser (1903-1993) im fernen Peru die Gemeinschaft der »Missionsschwestern vom lehrenden und sühnenden Heiland« ins Leben. Aus ihren Reihen wurde seit längerem der Wunsch geäußert, das Wirken dieses Glaubenszeugen in besonderer Weise zu würdigen und das Seligsprechungsverfahren für Friedrich Kaiser in die Wege zu leiten. 

Missionar? Glaubenszeuge? Seligsprechung? 

Wir werden vielleicht irritiert durch derartige Begriffe. Zu sehr haben wir uns als Kirche eingerichtet in den Rückzug, in das ängstliche oder missmutige Verharren. 

Die Auseinandersetzung mit Friedrich Kaiser kann uns zu einer neuen Begeisterung verhelfen – also zu einer Offenheit für jenen Geist, der am Pfingsttag verrammelte Türen sprengt und die kleine verängstigte Jüngergemeinde in die Vielfalt und Weite der Sprachen und Nationen hineinführt.

 

     Markus Trautmann
     Pfarrdechant an St. Viktor in Dülmen

Jahrestreffen der Seelsorgeschwestern

Information vom 6. Februar 2026

Alle Jahre wieder kommen im Januar/Februar fast sämtliche Schwestern der „Misioneras de Jesus Verbo y Victima“ aus allen möglichen Regionen bzw. Einsatzgebieten Südamerikas an ihrem Gründungsort Caraveli zusammen, um hier (in Begleitung einiger Priester) gemeinsame Tage der Exerzitien, der Weiterbildung, des fachlichen Austauschs und der persönlichen Begegnung zu verbringen. Der Großteil der Schwestern ist in ihren Einsatzpfarreien mehr oder weniger abkömmlich, da in diesen Wochen ohnehin die Regenzeit herrscht und somit, etwa in den Hochanden, das öffentliche und gemeindliche Leben großenteils zum Erliegen kommt. Schwester M. Maura hat uns etliche Fotos geschickt, die einen guten aktuellen Eindruck der Gottesdienste und Kursveranstaltungen vermitteln.

Weiterlesen: Jahrestreffen der Seelsorgeschwestern

Christliche Identität nicht verlieren

Papst empfängt Bischöfe aus Peru


Am Freitag, 30. Januar, empfing Papst Leo XIV. die peruanischen Bischöfe im Rahmen ihres „Ad-limina“-Besuchs im Vatikan. Der Pontifex rief die Oberhirten aus Peru dazu auf, angesichts so vieler gesellschaftlicher und kirchlicher Herausforderungen des Landes zum Vorbild der Apostel zurückzukehren. Zugleich hob er das geistliche Erbe des hl. Toribio von Mogrovejo (1538-1606) hervor, dessen Kanonisation sich in diesem Jahr zum 300. Mal jährt. 

Drei zentrale Säulen nannte Leo XIV. für diesen Weg. Als erstes die Einheit und Gemeinschaft: Die Glaubwürdigkeit der Kirche hänge von der realen Gemeinschaft zwischen den Hirten untereinander sowie mit dem Volk Gottes ab. Spaltungen, Einzelkämpfertum und jede Form der Isolation müssten überwunden werden. Ein zweiter Aspekt, so der Papst,  sei die Treue zum Evangelium. Das Wort Gottes müsse „integral“ verkündet werden, ohne die eigene christliche Identität im Dialog mit der Kultur zu verlieren. Und drittens gehe es um die Hingabe und Nähe. Nach dem Vorbild des heiligen Toribio seien die Bischöfe gerufen, sich den Menschen – besonders den Schwächsten – nahe zu fühlen und sie wie ein Vater zu behandeln.

Papst Leo XIV. hob hervor, dass Peru für ihn weit mehr als ein diplomatisches Dossier sei. Er habe dort im Laufe vieler Jahre die „Freuden und Mühen“ mit den Gläubigen geteilt. Er schilderte, wie sehr ihn der „einfache Glaube der Menschen“ geprägt habe, von dem er selbst lernen durfte. Diese Zeit in Peru habe ihm die „Kraft einer Kirche vor Augen geführt, die auch inmitten von Prüfungen zu hoffen weiß“. Diese tiefe emotionale und spirituelle Verwurzelung in der peruanischen Kultur bildet nun das Fundament für seinen leidenschaftlichen Appell an die Bischöfe, das geistliche Erbe des Landes lebendig zu halten.

„Kein Algorithmus kann eine echte Begegnung ersetzen“

Beitrag vom 28. januar 2026

Eine Bildbetrachtung von Peter Wittkampf über Bischof Kaiser

Kaiser Indio

Zwei Menschen begegnen sich: Bischof Friedrich Kaiser und ein Indio in Peru. Sichtlich hoch erfreut über diese Begegnung, reichen sie einander die Hände.

Und zwei frohe, ja sogar strahlende Blicke treffen und begegnen sich.

Da braucht es nicht viel Worte: Die Blicke, die Gesten sprechen für sich! Sie sagen mehr, als Worte es könnten. Und das, was die Blicke „sagen“, kommt bei beiden „aus dem Herzen“, das merkt man sehr deutlich.

Der berühmte Dichter Joseph Freiherr von Eichendorff (1788 – 1857) hat ein Gedicht geschrieben mit dem Titel „Der Blick“. Die ersten vier Zeilen lauten:

Schaust du mich aus deinen Augen

lächelnd wie aus Himmeln an,

fühl ich wohl, dass keine Lippe

solche Sprache führen kann.

Die Gesten und Blicke beider Personen auf dem Foto „sprechen“ von Freude, Zugewandtheit, Freundschaft, Herzlichkeit. Und das alles kommt offenbar nicht aus einem spontanen, vielleicht flüchtigen Gefühl der Sympathie heraus, sondern da steckt wohl mehr dahinter!  

Bei Eichendorff lautet die Zeile, die später den zweiten Gedichtteil einleitet, folgendermaßen:

Und ich seh´ des Himmels Quelle.

„Des Himmels Quelle“: Für jemanden, der an Christus glaubt und sich ihm verbunden weiß, ist klar, dass eine solche Herzlichkeit wie z.B. die zwischen dem Bischof aus Deutschland und dem Indio aus dem kargen Hinterland Perus nicht „einfach so“ entsteht, sondern ein Geschenk Christi ist. 

Papst Leo XIV., der ja selbst viele Jahre in Peru als Missionar gelebt hat, feierte die Sonntagsmesse am 13. Juli 2025 in Castel Gandolfo. Mehrere Stellen seiner Predigt erscheinen fast wie eine Interpretation der Szene, die unser Foto zeigt. Es ging dem Papst dabei wesentlich um das „Sehen mit den Augen des Herzens“.

Bei einigen Passagen dieser Predigt könnte man unwillkürlich an Bischof Friedrich Kaiser denken, der auf dem Foto dem Indio voller Empathie (auf „Herzenshöhe“!) die rechte Hand umfasst und ihm die linke freundschaftlich auf die Schulter legt: Der Papst betonte nämlich, dass es Folgen haben müsse, wenn man zu Christus gehört: „einen Blick, der sieht und nicht vorüberschweift, zwei Hände, die helfen (…), starke Schultern, die die Last der Bedürftigen tragen“. Und speziell „der Blick macht den Unterschied, denn er drückt aus, was in unserem Herzen ist.“

Aber selbst wenn man keine „starken Schultern“ hätte: „Kein Algorithmus kann eine Umarmung, einen Blick oder eine echte Begegnung ersetzen.“ (Papst Leo XIV. am 5. August 2025 in einer Pilgerbotschaft)


Zum Autor: Siehe den Beitrag vom 4. Januar >>>

„Bittet den Herrn der Ernte!“

Beitrag vom 26. Januar 2026

Der 26. Januar und Bischof Kaiser


ViktorkircheAn jedem 26. eines Monats gedenkt die Dülmener Pfarrei St. Viktor in einem ihrer Gottesdienste der Anliegen derer, die Bischof Friedrich Kaiser verehren. (In ähnlicher Intention wird mit Blick auf Anna Katharina Emmerick jeweils der 9. eines Monats begangen.) Insbesondere die Texte vom Tage (Orationen, Lesung, Evangelium) werden dann mit einem Bezug zum „Apostel der Anden“ gewürdigt; eine Einführung oder Predigt vertieft einen bestimmten Gedanken zum Leben und Wirken Friedrich Kaisers, dessen Seligsprechung viele Gläubige erhoffen. In diesem Sinne ist jedes Jahr der 26. Januar ein besonders sympathischer Tag, ist er doch dem Andenken der Apostelschüler Timotheus und Titus gewidmet. Insbesondere ist da ein bestimmter Satz aus der Lesung, der auf eindringliche Weise auch eine Lebenseinstellung Friedrich Kaisers umschreibt: „Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2 Tim 1,7) Wie gut täte es unserer Gesellschaft und unserer Kirche hierzulande, sich diesen Zuspruch zu Herzen zu nehmen! Und auch ein Wort des Herrn aus dem Evangelium vom 26. Januar ist heilsame Mahnung und Ermunterung zugleich für uns Heutige: „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.“ (Lk 10,2) Der Begriff des „Arbeiters“ ist durchaus weit zu fassen: Wir können und sollen beten um treue Priester, engagierte Seelsorgerinnen, fromme Religionslehrer, praktizierende Kirchenangestellte, vorbildliche Erzieherinnen, mutige Männer und Frauen in der Politik, nachdenkliche Verbandsfunktionäre, demütige Theologieprofessoren. 

Weiterlesen: „Bittet den Herrn der Ernte!“

In die Weite – in die Tiefe

Beitrag vom 4. Januar 2026

Zwei Dülmener Glaubenszeugen im Vergleich

Gastbeitrag von Peter Wittkampf, Telgte

AKE BFKAnna Katarina Emmerick und Friedrich Kaiser – das sind zwei Glaubenszeugen, die auf den ersten Blick völlig gegensätzlich erscheinen und die unterschiedlicher nicht sein können. Da ist die leidende Mystikerin, die in „engen“ Verhältnissen lebte, fast nie über Flamschen und Dülmen hinauskam und mehrere Jahre sogar ans Bett „gefesselt“ war. Und da ist der Missionar, der vom Münsterland aus nach Peru hinausfuhr, ans „Ende der Welt“, um dort all jene Menschen aufzusuchen, die einen Priester, einen Missionar, einen Bischof brauchten.

Zurückgezogen oder weltzugewandt, betrachtend oder agierend: Gibt es da nur Konträres, oder kann man bei den beiden Glaubenszeugen auch Gemeinsamens, Verbindenden erkennen?

Eine Verbindung stellt vielleicht die Aufforderung Jesu her, die er an Petrus richtet, als er ihn bittet, auf den See hinauszufahren – und ihm sagt: „Duc in altum!“ (Lk 5,4) „Fahr hinaus, wo es tief ist!“

„In altum“. Das lateinische Wort „altus“ hat mehrere, teilweise gegensätzlich erscheinende Bedeutungen. Als Substantiv kann es u.a. bedeuten: „Höhe“, „Himmel“, „Tiefe“, „innere Tiefe“, „Inneres“, „Grund“ oder „Ferne“. Die entsprechende Vokabel im Griechischen lautet „báthos“. Auch hier gibt es die Bedeutungen „Tiefe“, „Höhe“, „Weite“ und „Fülle“.

Weiterlesen: In die Weite – in die Tiefe

Die Sandalen der peruanischen Kinder

Weihnachten 2025

IMG 6880Zwei besondere Sandalen aus den Anden begleiteten in diesem Jahr die Weihnachtspredigt >>>  in verschiedenen Kirchen der Dülmener Pfarrei St. Viktor: Schwester Inmaculata und Schwester Maura hatten bei ihrem Besuch in Dülmen im Oktober 2025 zwei Sandalen mitgebracht, die aus alten Autoreifen gefertigt wurden. Solche Autoreifen-Sandalen der Ärmsten, so Pfarrer Markus Trautmann, stünden symbolisch im Widerspruch zum Soldaten-Stiefel, der dröhnend daher stampft, wie es der Prophet Jesaja in der 1. Lesung der Heiligen Nacht beklagt. (vgl. Jes 9,4)

„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit …!“

Info vom 7. Dezember 2025

Rundbrief 255 AuszugDie Adventszeit bietet eine besondere Gelegenheit, sich zu vergewissern, welche Prioritäten ich in meinem Leben setze: wem ich mein Herz öffne – und wo ich „dichtmache“.

Papst Leo XIV. erinnert in seinem Schreiben „Dilexi te“ vom 4. Oktober 2025 an die Verantwortung der Gläubigen gegenüber den Armen und Bedürftigen.

Die Weihnachtsausgabe vom „Ruf aus den Anden“ >>> geht auf diesen Appell näher ein.

Nun auch ein deutscher Bischof beteiligt

Info vom 7. Dezember 2025

Papst beruft Kardinal Woelki in wichtige Vatikanbehörde

 

Woelki Erzbischof von KolnIm vatikanischen „Dikasterium für Selig- und Heiligsprechungen“ wird künftig auch der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki mitarbeiten. Papst Leo XIV. berief am 6. Dezember insgesamt sieben neue Mitglieder in jene zentrale Behörde der Römischen Kurie, die für die Durchführung und Überwachung der Selig- und Heiligsprechungsprozesse zuständig ist. Auch die angestrebte Kanonisierung von Friedrich Kaiser wird hier verhandelt. Die Mitglieder eines Dikasteriums versammeln sich in regelmäßigen Abständen in Rom, um anstehende Fragen zu erörtern und verbindliche Entscheidungen zu treffen. Dem Dikasterium für die Selig- und Heiligsprechungen gehören neben einem festen Arbeitsstab derzeit 43 Bischöfe, unter denen Kardinal Woelki der einzige Deutsche ist. Die Hauptaufgaben dieses Dikasteriums umfassen die Vorbereitung, also die Prüfung der Dokumentation und Beweise (zum Beispiel der heroische Tugendgrad oder das Martyrium) von Kandidaten auf Diözesanebene. Es geht auch um die Untersuchung, d.h. sorgfältige Prüfung der gesammelten Akten (Positio) durch historische Experten und Theologen. Dann geht es um die Wunderprüfung, also wird bei Bedarf die wissenschaftliche und theologische Untersuchung der dem Kandidaten zugeschriebenen Heilungswunder untersucht. Und schließlich die Entscheidung: Die Vorlage der Ergebnisse gehen an den Papst, der die endgültige Entscheidung über die Selig- oder Heiligsprechung trifft.

Foto: wikipedia.org #Reiner Diart, CC BY-SA 4.0 

„Nicht persönliche Projekte, sondern Hingabe an den Herrn“

Info vom 7. Dezember 2025

Papst würdigt peruanische Märtyrer

 

MaertyrerAnlässlich des 10. Jahrestages der Seligsprechung der Märtyrer von Chimbote (7.12.2015) hat Papst Leo XIV. eine Botschaft an die Kirche in Peru, Polen und Italien veröffentlicht. Die drei seliggesprochenen Priester – P. Michał Tomaszek, P. Zbigniew Strzałkowski (beide polnische Franziskaner) sowie P. Alessandro Dordi (italienischer Diözesanpriester) – wurden 1991 ermordet, weil sie sich entschieden hatten, inmitten ihrer Gemeinden in Armut und Gewalt zu bleiben.

SeligsprechungPapst Leo betonte, dass das Leben dieser drei Missionare, trotz ihrer unterschiedlichen Sprachen, Kulturen und Stile, die essentielle Botschaft des Christentums zeige: „Die Gemeinschaft, die entsteht, wenn so unterschiedliche Geschichten sich von Christus und in Christus zusammenführen lassen.“Darin sieht Leo einen entscheidenden Appell für die heutige Kirche: Die Verschiedenheit der drei Priester sei in Peru nicht zur Distanz, sondern zu einem gemeinsamen Zeugnis geworden. Ferner erklärte der Papst, dass die wahre Einheit nicht in der völligen Übereinstimmung der Meinungen liege, sondern in der Entscheidung, „unsere Meinung derjenigen Christi anzugleichen“. Das Blut der Märtyrer sei nicht für persönliche Projekte oder Ideen vergossen worden, sondern als „einzigartige Hingabe der Liebe an den Herrn und sein Volk“.

Peruanische Schwestern am Grab von Karl Kaiser

Info vom 6. November 2025

vor dem Drachenfels in Königswinter Am Grab von Karl und Adele Kaiser Begegnung auf dem Friedhof in Unkel

 

Ihren Aufenthalt bei den Sacre-Coeur-Schwestern in Bonn-Beuel nutzten Schwester Inmaculata und Schwester Maura am 5. November zu einem besonderen Ausflug: Im nahegelegenen Unkel besuchten sie das Grab von Karl und Adele Kaiser, dem Bruder und der Schwägerin von Friedrich Kaiser. In dem Buch „Sieben Blüten. Ein Baum.“ wird der jüngste Bruder Friedrich Kaisers auf den Seiten 93-101 >>> eingehend gewürdigt.



„Neue Heilige“: 

Spannende Internetplattformen

 

dcs logo it

Das Seligsprechungsverfahren für Bischof Friedrich Kaiser ist eines von vielen, die momentan weltweit für zahllose Glaubenszeugen verschiedenster Epochen durchgeführt werden. Die „Gemeinschaft der Heiligen“, zu der ja jeder Christ berufen ist, bekommt so einen eindrucksvollen und vielfältigen Ausdruck.Das vatikanische Dikasterium für Selig- und Heiligsprechungen informiert aufeiner eigenen Website >>> über aktuelle Verfahren.



HC

Auch die Internetplattform „New Saints“ >>> dokumentiert akribisch den jeweils momentanen Verlaufsstand der Kanonisierungsverfahren sowie frühere Verfahren.
Hingewiesen sei auf die Suchmaschine dieser Website sowie die vorhandene Übersetzungsfunktion.
Viel Freude beim Stöbern!