In die Weite – in die Tiefe
Beitrag vom 4. Januar 2026
Zwei Dülmener Glaubenszeugen im Vergleich
Gastbeitrag von Peter Wittkampf, Telgte
Anna Katarina Emmerick und Friedrich Kaiser – das sind zwei Glaubenszeugen, die auf den ersten Blick völlig gegensätzlich erscheinen und die unterschiedlicher nicht sein können. Da ist die leidende Mystikerin, die in „engen“ Verhältnissen lebte, fast nie über Flamschen und Dülmen hinauskam und mehrere Jahre sogar ans Bett „gefesselt“ war. Und da ist der Missionar, der vom Münsterland aus nach Peru hinausfuhr, ans „Ende der Welt“, um dort all jene Menschen aufzusuchen, die einen Priester, einen Missionar, einen Bischof brauchten.
Zurückgezogen oder weltzugewandt, betrachtend oder agierend: Gibt es da nur Konträres, oder kann man bei den beiden Glaubenszeugen auch Gemeinsamens, Verbindenden erkennen?
Eine Verbindung stellt vielleicht die Aufforderung Jesu her, die er an Petrus richtet, als er ihn bittet, auf den See hinauszufahren – und ihm sagt: „Duc in altum!“ (Lk 5,4) „Fahr hinaus, wo es tief ist!“
„In altum“. Das lateinische Wort „altus“ hat mehrere, teilweise gegensätzlich erscheinende Bedeutungen. Als Substantiv kann es u.a. bedeuten: „Höhe“, „Himmel“, „Tiefe“, „innere Tiefe“, „Inneres“, „Grund“ oder „Ferne“. Die entsprechende Vokabel im Griechischen lautet „báthos“. Auch hier gibt es die Bedeutungen „Tiefe“, „Höhe“, „Weite“ und „Fülle“.











