Aktuelles

Im Jahre 1961 rief der aus Dülmen stammende Missionar Friedrich Kaiser (1903-1993) im fernen Peru die Gemeinschaft der »Missionsschwestern vom lehrenden und sühnenden Heiland« ins Leben. Aus ihren Reihen wurde seit längerem der Wunsch geäußert, das Wirken dieses Glaubenszeugen in besonderer Weise zu würdigen und das Seligsprechungsverfahren für Friedrich Kaiser in die Wege zu leiten. 

Missionar? Glaubenszeuge? Seligsprechung? 

Wir werden vielleicht irritiert durch derartige Begriffe. Zu sehr haben wir uns als Kirche eingerichtet in den Rückzug, in das ängstliche oder missmutige Verharren. 

Die Auseinandersetzung mit Friedrich Kaiser kann uns zu einer neuen Begeisterung verhelfen – also zu einer Offenheit für jenen Geist, der am Pfingsttag verrammelte Türen sprengt und die kleine verängstigte Jüngergemeinde in die Vielfalt und Weite der Sprachen und Nationen hineinführt.

 

     Markus Trautmann
     Pfarrdechant an St. Viktor in Dülmen

Auf den Spuren von Friedrich Kaiser

Oder: Eine Reise in die Vergangenheit / Teil VII

Heute: Dülmen II / Reisebericht von Markus Trautmann, 13 .Juni 2018

Am BurgtorMeine siebente und letzte Tour auf den Spuren Friedrich Kaisers soll noch einmal, wie ganz am Anfang, ein Fußmarsch durch Dülmen sein. Die erste Tour hatte vom Kirchplatz über die Marktstraße und die Tiberstraße zum Brokweg und zur Eisenhütte Prinz Rudolf geführt. Jetzt soll noch einmal das Umland außerhalb der alten Stadtbegrenzung erkundet werden – bei einem abendlichen Spaziergang im Sommer. Ich verlasse die Innenstadt über die Halterner Straße und begebe mich bis zur Abzweigung des Mühlenwegs, von dem wiederum nach wenigen Schritten die Straße „Vorm Burgtor“ abzweigt. Auf diese Weise ist der schlichte Bildstock aus Sandstein unter alten Eichen von drei Seiten von Straßen umgeben und kann von vielen Passanten in den Blick genommen werden – doch dürfen ihn in dem tagtäglichen Getriebe des Verkehrs nur wenige Menschen wirklich wahrnehmen oder gar hier innehalten. 

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Auf den Spuren von Friedrich Kaiser

Oder: Eine Reise in die Vergangenheit / Teil II

Heute: Hiltrup / Reisebericht von Markus Trautmann, 9.Juni 2018

Vor dem Bahnhof in DülmenZwar fährt unser Zug ab Dülmen an diesem Samstagmorgen erst um 9.01 Uhr, doch schon um 8.30 Uhr treffen wir uns auf dem Bahnhofsvorplatz. Die Gruppe ist nicht ganz komplett: einige ältere Damen, die nicht gut zu Fuß sind, haben sich vorsichtshalber schon direkt zum Bahnsteig begeben; Pater Charly kommt etwas später, da er noch die Morgenmesse in St. Viktor feiert. Insgesamt werden wir 24 Personen sein. Heute wollen wir jenem Streckenverlauf bzw. jenem Lebensabschnitt von Friedrich Kaiser nachspüren, der ihn nach dem Ersten Weltkrieg von Dülmen nach Hiltrup führte. Zum Jahresende 1918 hatte er seine Bürostelle in der Dülmener „Eisenhütte Prinz Rudolf“ gekündigt, um endlich, nach entsprechender Vorbereitung durch einen Dülmener Geistlichen, das Gymnasium der Herz-Jesu-Missionare besuchen zu können. Denn er wollte ja Priester werden. „Herr Kaiser hätte sicherlich mit bestem Erfolg seine Lehre beendet, er verlässt uns aber, um eine höhere Schule zu besuchen und diese zunächst zu absolvieren“, so hieß es im Referenzschreiben der Betriebsleitung der Eisenhütte. Und dann war es so weit: Am 3. Januar hatte er seinen Wohnsitz in Dülmen offiziell  abgemeldet; am 6. Januar, dem Dreikönigstag, trat er die Fahrt nach Hiltrup an. 

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Auf den Spuren von Friedrich Kaiser

Oder: Eine Reise in die Vergangenheit / Teil V

Heute: Hamm und Oeventrop / Reisebericht von Markus Trautmann, 22. Mai 2018

St. ViktorEs ist noch dämmerig, als ich die Wohnung verlasse und die Haustür abschließe. Der starken Regen des frühen Morgens hat gerade erst aufgehört, als ich das Haus verlasse. Jetzt dampft die Feuchtigkeit über der Straße, es ist merkwürdig warm, und schon jetzt liegt eine unangenehme Schwüle in der Luft. Durch das noch ruhende Städtchen radle ich zum Bahnhof, vorbei an noch ausgeschalteten Ampeln. Um 5.59 Uhr geht der Zug nach Münster. Zwar sind die Abteile gut besetzt, doch keiner der Berufspendler spricht ein Wort, es herrscht fast andächtige Stille, manche dösen, andere schauen aufs Smartphone oder blättern in der Zeitung. Ein junger Mann führt mit faszinierender Ruhe und sanfter Stimme eine „Fahrgasterhebung“ durch, geht durch den Gang, spricht stichprobenweise die Passagiere an, auch mich, und lässt sich die Tickets zeigen, fragt nach dem Woher und Wohin und sogar nach dem Warum der Fahrt. Ich antworte: Freizeit! Doch in Wirklichkeit erwarte ich allerhand von diesem Tag, habe mir wieder mal vorgenommen, die Spuren Friedrich Kaisers aufzunehmen. 

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Auf den Spuren von Friedrich Kaiser

Oder: Eine Reise in die Vergangenheit / Teil IV

Heute: Kleve / Reisebericht von Markus Trautmann, Pfingsten 2018

Pfingsten in St. ViktorGerade durfte ich in St. Viktor einen Festgottesdienst mit Weihrauch, Fahnen und kraftvollen Gesängen feiern – und schon wartet wieder die Tristesse. Der Dülmener Bahnsteig ist menschenleer, am Pfingstsonntag in der Mittagszeit. Die Sonne sticht wie im Hochsommer, am Horizont flimmern die Gleise. Heute soll es nach Kleve gehen: Auch dieser Ort am Niederrhein ist eine Station auf dem Lebensweg Friedrich Kaisers. 

Nachdem sich der Zug in Bewegung gesetzt hat, stelle ich mich ans Fenster des Fahrradabteils und suche die Landschaft in Richtung Stadt ab. Für nur wenige Sekunden erfasse ich jenen Blick auf die Kreuzkirche, den rd. 80 Jahre zuvor Kaiser selbst in einem Brief an auswärts lebende Verwandte beschrieben hat. „Und sonst: Im Westen nichts Neues!“, so die lakonische Formulierung vom 28. Oktober 1937. „Die Kirche in Dülmen ist bis zum Dach gediehen, wie ich öfters von der Strecke Dülmen-Recklinghausen aus sehe. Wenn man kurz vor Wewerink ist, sieht man den Bau sehr gut. Zu Pfingsten etwa soll sie fertig sein.“

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Aus dem Münsterland in die Anden

Bericht aus dem Viktorboten 14, Pfarrbrief der Katholischen Kirchengemeinde St. Viktor

Gedanken zum „Coesfelder Kreuz“ 

Pfarrer Trautmann überreicht Coesfelder Kreuze an die SchwesternZeitlebens blieb der aus Dülmen stammende Gründer der Seelsorgeschwestern von Caraveli, Bischof Friedrich Kaiser (1903-1993), seiner münsterländischen Heimat verbunden: Hier ist er aufgewachsen und auch von klein auf religiös geprägt worden. Denn auch eine Landschaft bzw. eine Kulturlandschaft kann die spirituelle Mentalität eines Menschen beeinflussen. „Das Münsterland ist altes Kirchengebiet“, so bemerkte der berühmte Erzähler Werner Bergengruen, als er 1933 mit dem Fahrrad Westfalen bereiste und später in seinem Buch „Deutsche Reise“ auch Dülmen beschrieb. „An Landstraßen und Wegekreuzungen, vor den einsamen Bauernhöfen stehen die Bildstöcke, der Gekreuzigte, die Muttergottes, Sankt Antonius; wunderbare Beseelung der Landschaft, die Natur wird der Gnade unterstellt.“

Hier im Münsterland werden seit jeher ganz besondere Kreuzesdarstellungen verehrt – nämlich sogenannte Gabelkreuze. Es gibt diese holzgeschnitzten mittelalterlichen Passionsdarstellungen etwa in Haltern St. Sixtus, Bocholt St. Georg oder Schöppingen St. Brictius. Aber keines von diesen Kreuzen erfasst das Leiden und Sterben Jesu in so einmalig drastischer Weise wie das „Coesfelder Kreuz“ in St. Lamberti in Coesfeld. Die selige Anna Katharina Emmerick, an deren Grab der junge Friedrich Kaiser oft gebetet und innerlich gerungen hat, wurde gerade durch dieses eindringliche Passionsbild inspiriert. Auf ihrem früheren Grab an der heutigen Kreuzkirche steht heute eine moderne Nachbildung des markanten Gabelkreuzes, allerdings mit einem bronzenen Korpus. Eine sandsteinerne Nachbildung finden wir vor der Merfelder Kirche.

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Der neue Rundbrief ist da!

Info vom 19. März 2018


Versand RundbriefSeit vielen Jahrzehnten betreut der „Förderverein Caravelì e.V.“ von Paderborn aus die Spendenübermittlung nach Peru zur Unterstützung der „Misioneras“ sowie den Versand der regelmäßigen Rundbriefe. Aus dem Kreis der hier schon so lange treu und gewissenhaft wirkenden Akteure kam die Anregung, die Aktivitäten mittelfristig in jüngere Hände zu übergeben. So lag es nahe, einmal die Fühler nach Dülmen auszustrecken: Hier wird in besondere Weise das Andenken an Bischof Friedrich Kaiser, dem Gründer der Schwesterngemeinschaft von Caravelì, gepflegt; vor allem gibt es hier seit langem einen umtriebigen Peru-Kreis. So wurde in diesen Tagen zum ersten Mal der Rundbrief als Ostergabe von Dülmen aus an die Wohltäter und Freunde versendet.

Im „Innenteil“ berichtet Schwester Irma von ihrer Missionserfahrung, die sie gemeinsam mit Pfarrer Helmut Friembichler erlebte. Im „Mantelteil“ stellt Pfarrer Trautmann zunächst die veränderte Form des Rundbriefs "Ruf aus den Anden" vor. Weiterhin gibt es "Gedanken zum Coesfelder Kreuz", zudem wird an die Ankunft Kaisers in Caraveli vor 60 Jahren erinnert.

"Der Ruf aus den Anden", Rundbrief 236 >>>

Wer ist der Neue?

Bericht vom 25. Februar 2018

Reinhold Nann ist Bischof von Caravelì

IMG 3181Am 22. August 2017 wurde Reinhold Nann in sein neues Amt als Bischof der Prälatur von Caravelì eingeführt. Einige Tage zuvor, am 15. August, war er in Trujilla zum Bischof geweiht worden.

Reinhold Nann wurde am 25. August 1960 in Breisach geboren und am 31.Mai 1987 in Freiburg zum Priester geweiht. Er gehört dem Schönstatt-Institut der Diözesanpriester an. Bis 1992 war er Vikar in Mannheim und Waldkirch, dann ging er bis 1996 und erneut ab 2002 nach Peru. Hier war er als Pfarradministrator in verschiedenen Gemeinden des Erzbistums Trujillo tätig. Von hier aus koordinierte er zwischen 2004 und 2012 die Partnerschaft dieses Erzbistums mit seiner Heimatdiözese. Seit 2017 wirkte Nann als Pfarrer in der Amazonasregion, doch bereits am 27. Mai 2017 erfolgte die Ernennung zum Prälaten der Territorialprälatur Caravelí durch Papst Franziskus.

In seinem eigenen Blog (http://reinholdnann.blogspot.de/2017/) stellt sich Reinhold Nann vor und erläutert sein Verständnis vom Bischofsamt:

„Ich bin ein Missionar, kein Kirchenfunktionär. In jedem Menschen und in jeder Kultur und Religion entdecke ich zuerst das Positive, entdecke ich Gott bereits gegenwärtig und freue mich darüber. Erst dann gebe ich Zeugnis von meinen Erfahrungen mit Gott. Im Dialog, ganz ohne Druck und Rechthaberei, nicht wie so manche früheren Missionare.  Erst geht es um den Menschen, dann um Gott. Das geht nur gemeinsam, dann kommt Kirche ins Spiel. 

Ich liebe die Kirche. Sie ist eine Mutter für mich. Etwas in die Jahre gekommen, mit Runzeln und so. Auf meine Mutter lasse ich nichts kommen, aber natürlich darf ich als Sohn auch Klartext reden. Ich halte viel auf Familientradition, aber ohne ständige Erneuerung geht die Familie zugrunde. Die Figur des Jesus von Nazareth und von Papst Franziskus faszinieren mich, ebenso Taizé und die Befreiungstheologie (allerdings ohne sozialistischen Hintergrund). In der Schönstattbewegung habe ich schon früh meine geistliche Heimat und tragende Gemeinschaft gefunden. Dort habe ich gelernt, im Bündnis zu leben und zu arbeiten: mit Gott, mit allen lebendigen Kräften und Strömungen der Kirche, vor allem mit dem einfachen Volk.

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Auf den Spuren seines Vorgängers

Bericht vom 22. Februar 2018

 

Peruanischer Bischof besuchte Dülmen

Auf dem Waldfriedhof

Erst im vergangenen Sommer wurde er als Bischof von Caraveli in den peruanischen Hochanden in sein Amt eingeführt – und schon nutzte er seinen ersten Heimaturlaub in Deutschland, um den Geburtsort seines Vorvorvorgängers Friedrich Kaiser aufzusuchen: Reinhold Nann, geboren  1960 und ursprünglich Priester des Erzbistums Freiburg, ist seit August 2017 der dritte Nachfolger des aus Dülmen stammenden Missionsbischofs. Nachdem er dem Orden der Herz-Jesu-Missionare in Münster-Hiltrup einen Besuch abgestattet hatte, begab sich der frischgebackene Bischof am Donnerstag, dem 22. Februar 2018, nach Dülmen. Hier ließ er sich von Pfarrer Markus Trautmann die Viktorkirche zeigen: An dieser Stätte wurde Friedrich Kaiser 1903 getauft, 1916 gefirmt und 1963 zum Bischof geweiht. Im Anschluss führte Pfarrer Peter Nienhaus den Gast durch die Kreuzkirche bzw. durch die Emmerick-Gedenkstätte.

Von Bischof Kaiser hörte Reinhold Nann erstmals, als er im vergangenen Jahr seinen neuen Sprengel bzw. seinen neuen Amtssitz aufsuchte. Dort, in Caravelì, haben die „Missionsschwestern vom lehrenden und sühnenden Jesus“ ihren Sitz und betreuen die Grabstätte ihres Gründers. „Bischof Kaiser war eine interessante Persönlichkeit“ – das hat der neue Bischof schon festgestellt. „Er hat sich auf ganz eigene Weise der pastoralen Not des Priestermangels gestellt und einheimische Frauen befähigt, als Seelsorgerinnen eigenverantwortlich und selbstbewusst unter den Menschen zu wirken.“

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„Ein Dülmener Dickkopf gibt nicht auf!“

Info vom 16. Februar 2018

Ein Dülmener Dickkopf gibt nicht auf„Heilige, auch wenn es nur wenige sind, verändern die Welt.“ Mit  diesem Gedanken von Papst Benedikt XVI. endete die 2011 im Laumann-Verlag Dülmen erschienene Biographie Friedrich Kaisers. Inzwischen hat ein anderer das Petrusamt angetreten: Papst Franziskus.

Als der frischgewählte Papst zum ersten Mal von der Balustrade des Petersdoms zu den Menschen sprach, bemerkte er schmunzelnd, mit seiner Wahl haben die Kardinäle ihn „vom Ende der Welt“ nach Rom geholt. Damit meinte er Argentinien und den ganzen südamerikanischen Kontinent. Die Lebensbeschreibung Bischof Kaisers will einen Glaubenszeugen und damit die ihn umgebenden Menschen „vom Ende der Welt“, nämlich aus Peru, in unser Bewusstsein bringen.

Ein weiteres Wort des neuen Papstes machte bald die Runde, an alle Christen und besonders an die Priester gerichtet: „Geht an die Grenzen!“ Dies wollte Friedrich Kaiser. Auch nach seiner Ausreise nach Südamerika lebte er viele Jahre in dem wehmütigen Bewusstsein, dass er in der relativ gut situierten Pfarrseelsorge der Großstadt Lima noch nicht in das „eigentlich“ ihm zugedachte Seelsorgefeld gefunden hatte – bis ihn der von ihm so bezeichnete „Ruf aus den Anden“ ereilte.

Noch ein drittes Wort unseres Papstes sei hier genannt: Papst Franziskus sprach beim Besuch der Flüchtlingsinsel Lampedusa von einer „Globalisierung der Gleichgültigkeit“. Das vorliegende Buch will einen kleinen Beitrag leisten zu einer Globalisierung der Anteilnahme und der Solidarität mit den Gläubigen „am Ende der Welt“. Der Dülmener Friedrich Kaiser kann hierbei ein Brückenbauer sein.

Die Auflage von „Ein Dülmener Dickkopf gibt nicht auf“ ist seit geraumer Zeit vergriffen. Bis es zu einer erweiterten zweiten Auflage seiner Lebensbeschreibung kommt, wird das Werk online der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Dülmen, im Februar 2018
Markus Trautmann

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Papst besucht Peru

Bericht vom 21. Januar 2018

 

Die Missionsschwestern auf dem Weg zum PapstAm 19. Januar 2018 betrat ein hoher Gast peruanischen Boden: Papst Franziskus. Wenngleich der Heilige Vater seine Besuche als Pastoralreisen begreift, so scheut er doch nicht deutliche Worte zu politischen und gesellschaftlichen Themen. In Lima übte Franziskus gegenüber dem peruanischen Staatspräsidenten Kritik an der Umweltzerstörung sowie an der Korruption in Südamerika: "Wir müssen auch auf diese andere Verschmutzung der Umwelt achten, die nach und nach alle lebenswichtigen Strukturen vergiftet – die Korruption. Welchen Schaden richtet dieses gesellschaftliche Virus bei unseren Völkern Lateinamerikas an und bei den Demokratien dieses gesegneten Kontinents? Ein Phänomen, das alles ansteckt, und unsere Mutter Erde und die Armen sind oft die größten Leidtragenden."

Bischof Friedrich Kaiser mit Papst Johannes Paul II.Es ist die dritte Reise eines Papstes nach Peru. Zuletzt war Johannes Paul II. 1988 in Peru, davor 1985. Damals, als der Papst vom 1. bis 5. Februar 1985 insgesamt acht peruanische Städte besuchte, kam es bald nach seiner Ankunft in Lima auch zu einer Begegnung mit Bischof Friedrich Kaiser. Beim nächsten Mal, als Papst Johannes Paul II. im Mai 1988 nach Peru kam, war Friedrich Kaiser gerade erst an einem Schlaganfall erkrankt und gesundheitlich schwer angeschlagen.

Ruf aus den Anden

Die Schwestern wirken ausschließlich bei den Verlassensten und Ärmsten, die keinen Priester haben, wo es keinen Arzt und keine Apotheke gibt, nicht einmal eine Hebamme.