„Heimat“ – aktuell und zeitlos zugleich
Bericht vom 5. November 2017
Bischof Friedrich Kaiser blieb Dülmen verbunden
Der Begriff „Heimat“ ist populär wie lange nicht mehr. In Nordrhein-Westfalen gibt es neuerdings ein „Heimat-Ministerium“; Ähnliches ist auch in anderen Bundesländern bzw. auf Bundesebene geplant. Der Heimat verbunden sein, das kann man auch, wenn man irgendwo in der weiten Welt lebt. Ein gutes Beispiel für ein solches heimatliches Bewusstsein war Bischof Friedrich Kaiser – in seinem Fall: in fernen Peru.
„Trotz des langen Aufenthaltes im fernen Peru ist Bischof Kaiser jedoch ein Dülmener mit Leib und Seele geblieben.“ Mit dieser Aussage schmeichelte die Hiltruper Missionsschwester Willibrordis Bonefeld (1907-2002) ihre Zuhörer in der Dülmener Pfarrkirche Heilig Kreuz. Ende August 1987 war sie mit drei weiteren südamerikanischen Ordensfrauen zu Gast in Dülmen, um von der Arbeit und dem Wirken des mittlerweile hochbetagten Friedrich Kaiser zu berichten. „Wenn er etwas von Dülmen hört, so ist das seine größte Freude“, meinte Schwester Willibrordis und fügte hinzu: „Das ist ein echter Dülmener.“ Nach ihren Aussagen sei der Bischof sehr heimatverbunden und lese sogar regelmäßig die Dülmener Heimatblätter, so ein Bericht in der „Dülmener Zeitung“.







Am Sonntag, 20. November, starb der aus Dülmen stammende Herz-Jesu-Missionar Reinhold Frieling. Pater Frieling wurde 1926 geboren und wuchs mit zwei Geschwistern auf. Nach den Wirren des Zweiten Weltkriegs holte er in Lüdinghausen sein Abitur nach, absolvierte bei den Herz-Jesu-Missionaren das Noviziat und dann das Theologiestudium in Oeventrop im Sauerland. 1954 wurde Pater Reinhold Frieling vom damaligen Paderborner Weihbischof Franz Hengsbach zum Priester geweiht und ging anschließend fast 16 Jahre als Missionar nach Peru. An der Seite seines Onkels, Bischof Friedrich Kaiser, arbeitete er beim Aufbau der Prälatur von Caravelí in den Hochanden mit. 1971 kehrte er aus gesundheitlichen Gründen nach Deutschland zurück und war seit dieser Zeit als Krankenhausseelsorger im St. Elisabeth-Hospital Herten tätig. 2012 wechselte er nach Hiltrup, wo er im Kreis seiner Mitbrüder den Lebensabend verbachte. Nach kurzer schwerer Krankheit starb er hier friedlich am Christkönigssonntag. 



