2026
Gute Nachrichten aus Rom!
Am 24. Oktober hat Papst Leo XIV. im Rahmen einer Audienz, die dem Präfekten des vatikanischen Dikasteriums für Selig- und Heiligsprechungen gewährt wurde, den „heroischen Tugendgrad“ für den Dülmener Bischof Friedrich Kaiser (1903-1993) verkündet. Es ist dies eine große Freude für alle, die den Herz-Jesu-Missionar und Missionsbischof verehren. Die einschlägige Mitteilung findet sich auf der offiziellen Website des Heiligen Stuhls >
Bevor jemand seliggesprochen werden kann, muss der Papst der Person den sogenannten „heroischen Tugendgrad“ zuerkennen. Die Kirche bestätigt damit offiziell nach einer intensiven Prüfung, dass die verstorbene Person ein vorbildliches christliches Leben geführt und die christlichen Tugenden (wie Glaube, Liebe, Hoffnung) in „heroischer“ (außergewöhnlicher) Weise gelebt hat. Ab diesem Moment darf die Person offiziell als „verehrungswürdig“ bezeichnet werden. Es ist jedoch noch keine öffentliche, liturgische Verehrung (wie ein eigener Gedenktag in der Messe) erlaubt.
Gedanken von Peter Wittkampf
In Bischof Friedrich Kaisers Buch „Der Ruf aus den Anden“ (1988) schließt das erste Kapitel, die „Einführung“, mit der Frage nach der Zukunft der Genossenschaft „Misioneras de Jesus verbo y victima“ (MJVV). Bischof Friedrich gibt sich selbst – und seinen Lesern – folgende Antwort: „Sie liegt in Gottes Hand. ER hat gegründet; wir waren IHM Werkzeug. Und ER sorgt weiter. Das ist unser sternhelles Hoffen.“ (S. 23)
Das ist nicht nur ein sehr bemerkenswertes Zeugnis seines Gottvertrauens, sondern auch das genaue Gegenteil einer etwaigen Eitelkeit! Er sagt eben nicht z. B. „Gott, lass mein Werk weiterwachsen, möglichst spektakulär!“ Er weiß vielmehr: Das Werk wurde von Gott (!) gegründet. Und man muss ihm für alles Bisherige dankbar sein. Aber man sollte jederzeit auch für die Möglichkeit bereit und offen sein, dass es anders weitergeht als gedacht oder erhofft. Bisher galt: „Wir waren IHM Werkzeug.“ Ob es weitergeht – und wenn ja, auf welchen Wegen, mit welchen Zielen oder mit welchen „Werkzeugen“, muss man ihm überlassen. In jedem Falle gilt: Gott „sorgt weiter“.
Besser und schöner als in der Aussage Bischof Friedrichs können Bescheidenheit, Dienstbereitschaft, Gottvertrauen und Offenheit für die Fügungen und Führungen Gottes kaum ausgedrückt werden! Übrigens: Die Genossenschaft der MJVV-Missionsschwestern hatte, als Friedrich Kaiser das Buch schrieb, etwa 300 Mitglieder. Heute sind es über 500!
Das oben wiedergegebenen Buchzitat endet mit einem Satz, über dessen entscheidende Wörter sich ein genaueres Nachdenken lohnt, nämlich: „Das ist unser sternhelles Hoffen“. (s. o.)
„Unser …“
Bischof Kaiser sagt nicht „mein“, sondern „unser“. Er stellt sich bewusst nicht selbst ins Zentrum. Deutlich wichtiger ist ihm seine Gemeinschaft mit den Schwestern – und vielleicht auch mit allen, die ihnen verbunden sind. Nicht das „Ich“, sondern das „Wir“ ist für ihn das wesentliche Prinzip. Er beansprucht keine herausgehobene Stellung für sich selbst!
Entsprechende Gedanken entfaltete übrigens Papst Franziskus in seiner Katechese am 13. Februar 2019, als er in aller Deutlichkeit darauf hinwies, dass z. B. im Vaterunser-Gebet nirgendwo das Wort „Ich“ vorkommt, sondern immer nur von „uns“, „wir“ und „unser“ die Rede ist.
„… sternhelles …“
„Sternhell“: Es gibt nicht immer nur „eitel Sonnenschein“ im Leben, sondern auch „dunkle“ Zeiten. Letzteres gilt im Leben einer Schwesterngemeinschaft genauso wie im Leben einer Familie oder eines einzelnen Menschen. Das weiß auch Friedrich Kaiser nur zu gut! Und gerade in solchen Phasen sollte man nicht auf ein sich veränderndes, unzuverlässiges Licht angewiesen sein, wie das beim Mond durch die Mondphasen der Fall ist. Bei Neumond sieht man das Mondlicht z. B. gar nicht. Bei den Sternen ist das in der Regel anders. Ihr Licht bleibt hell. Der Polarstern z. B. diente immer schon den Seefahrern als Orientierung.
„… Hoffen“
Das „Hoffen“, das Friedrich Kaiser meint, basiert einerseits auf einem verlässlichen Licht, das uns den Weg weist. Richtiges, überzeugtes und überzeugendes Hoffen kann aber andererseits sogar selbst zu einer Lichtquelle werden, nicht nur für die eigene Person, sondern auch für andere Menschen, kann ihnen Orientierung geben, Beispiel oder Ansporn sein und zu ihrer Rettung beitragen. Es kann ein Licht sein, nach dem sie sich richten – und an dem sie sich auf-„richten“ können.
Wohl nicht zufällig gebraucht Friedrich Kaiser nicht die – eher abstrakte – Vokabel „Hoffnung“, sondern er bevorzugt den Ausdruck „Hoffen“: „Sternhelles Hoffen“. Die Hoffnung ist ein außerordentlich hohes Gut, das uns geschenkt wurde. Der Apostel Petrus z. B. schreibt von der „lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten“. (1 Petr 1,3) Das ist etwas Wunderbares. Aber sollten wir nicht auch selbst etwas dafür tun und uns aktiv beteiligen, um mit der Gnade Gottes mitzuwirken? Sollten wir uns nicht auch durch konkretes Handeln als „Hoffende“ erweisen? Beim Propheten Hosea im Alten Testament heißt es: „Bewahre die Liebe und das Recht / und hoffe immer auf deinen Gott!“ (Hos 12,7) Vielleicht hat Friedrich Kaiser auf die Bedeutung eines solchen „aktiven Hoffens“ hinweisen wollen!
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In einer Videobotschaft > bittet Schwester Inmaculata um finanzielle Hilfe.
In diesen Tagen besuchen Schwester Inmaculata und Schwester Graciela Dülmen und zahlreiche Orte im Bistum Münster. Sie berichten von der sozialen und pastoralen Arbeit ihres Ordens und stellen ihren Ordensgründer vor: Friedrich Kaiser aus Dülmen. In der Mediathek von „Radio Horeb“ lässt sich eine Sendung > nachhören, die am 33. Todestag von Friedrich Kaiser gesendet wurde, der am 26. September 1993 im Alter von 90 Jahren in Lima starb.
Gedanken von Peter Wittkampf.
Am 14. Juni 1926 rief Papst Pius IX. den „Sonntag der Weltmission“ ins Leben – der in diesem Jahr am 25. Oktober begangen wird.
Über den Auftrag Christi zur Mission berichtet der Evangelist Matthäus ganz am Schluss seines Evangeliums. Und ein wichtiger Satz hierbei lautet: „Geht zu allen Völkern, lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.“ (Mt 28, 19)
Der Oktober 2026 ist aber nicht nur wegen des Jubiläums-Weltmissionssonntags, sondern auch noch aus einem anderen Anlass etwas Besonderes: Die Kirche begeht den 800. Todestag des heiligen Franziskus von Assisi.
Den Missionsauftrag und einen Ausspruch, den man dem heiligen Franziskus zuschreibt, brachte Papst Franziskus im Juni 2019 mit folgenden Worten in Verbindung: „Mich berührt sehr dieser Rat, den Franziskus den Brüdern gibt: Verkündet das Evangelium, und wenn es nötig ist, dann auch mit Worten… Das ist ein Lebensstil!“
„Wenn es nötig ist, dann auch mit Worten“! Das bedeutet doch, dass es in erster Linie wichtig ist, die Gebote Christi in die Tat umzusetzen! Zu tun, was er sagt! Durch sein Handeln, durch seine Art zu leben, durch die Praxis andere für den Glauben zu gewinnen.
Die Menschen zu unterrichten, auch in Bezug auf die Gebote, das ist sicher wichtig – gerade auch heute, da immer mehr Menschen noch nicht einmal mehr die „einfachsten“ Glaubenslehren kennen. Und Christus hat schließlich nicht gesagt: „Meine Gebote muss man nicht unbedingt kennen, geschweige denn, wörtlich nehmen! So genau nehme ich es nicht!“
Nein, Christus betont ausdrücklich: „Wenn du aber in das Leben eintreten willst, halte die Gebote!“ (Mt 19, 17)
Aber es geht um das „Wie“, wenn man den Willen Christi vermitteln will! Und vielleicht ist das Prinzip, in seinem Sinne zu handeln, wirklich der Schlüssel für den Zugang zu den „Herzen“ der anderen – und damit für alles Weitere und zum Missionserfolg!
Und genau darin können uns Bischof Friedrich Kaiser und die von ihm gegründete Genossenschaft der „Missionsschwestern vom lehrenden und sühnenden Heiland“ ein leuchtendes Vorbild und ein „Musterbeispiel“ sein! An vielen Stellen seines Buches „Der Ruf aus den Anden“ lässt Bischof Kaiser dies deutlich werden.
Ein Beispiel: Christus hat uns die Feier der Eucharistie geboten: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ (Lk 22, 19). In dem genannten Buch wird u. a. eine Szene beschrieben, in der die hl. Messe oben in den Anden bei klirrender Kälte und Schnee gefeiert wird, und zwar im Freien! Wörtlich heißt es dann: „Trotz der furchtbaren Kälte beeilt sich der Priester nicht im Geringsten. Die Predigt fällt aus. Aber seine Haltung und sein Handeln sind Predigt. (…) Der Pater reibt sich die Finger. Die sind starr vor Kälte. Auch danach kann er nur mit Mühe die hl. Hostien fassen, die er zur Kommunion reicht.“ (Seite 166)
So etwas macht glaubwürdig!
„Heilt Kranke“ (Mt 10,8); „Wer dich bittet, dem gib“ (Mt 5, 42); „Bittet…, sucht…, klopft an…“ (Mt 7,7); „Lasst die Kinder zu mir kommen“ (Mk 10, 14); „Richtet nicht“ (Lk 6, 37); „Handle du genauso“ (wie der barmherzige Samariter) (Lk 10,37)! So lauten einige der Gebote Christi. Das alles – und noch etliches mehr – setzen die Missionsschwestern in die Tat um. Sie kümmern sich tatkräftig um Kranke, Hilfsbedürftige, Kinder, Familien, Sterbende, Arme usw. Sie trösten, ermahnen, verzeihen, hören zu, reinigen Kapellen von Dreck und furchtbarem Gerümpel, nehmen sich Zeit, haben Geduld – und bauen auf diese Weise „Brücken“ – auch für den Glauben.
Und Bischof Friedrich Kaiser?
Wenn er barfuß und mit hochgezogenen Hosenbeinen einen Fluss durchwatet, sich auf oder neben einem Maultier durch Geröll vorwärtsarbeitet oder völlig ermüdet und erschöpft in einer besonders schlechten Unterkunft übernachtet, dann macht er äußerlich wahrscheinlich keinen „würdigen“ Eindruck – aber er ist „glaub-würdig“!
Und aus welcher Quelle wird das gespeist?
Durch die „Begegnung mit der göttlichen Liebe (…) können wir (…) vor unseren Mitmenschen glaubwürdig Zeugnis ablegen für die Hoffnung, die uns erfüllt (vgl. 1 Petr 3,15).“ – so formulierte es Papst Benedikt XVI. in seiner Botschaft zum Weltmissionssonntag 2010.
Der liturgische Gedenktag der hl. Rosa von Lima ist jedes Jahr am 23. August – doch in diesem Jahr ist es 350 Jahre her, dass Papst Clemens X. im Jahre 1671 die Heiligsprechung von Rosa von Lima verkündete. Die Bedeutung dieser bemerkenswerten Frau ist nur vor dem geschichtlichen Hintergrund ihres Lebens zu würdigen. „Ein Goldrausch hatte die Männer befallen, die Peru eroberten, und trieb sie zu unerhörten Teufeleien“, so formulierte in den 1930er Jahren Hans Hümmeler in dem volkstümlichen Buch „Helden und Heiligen“, das im ganzen deutschsprachigen Raum vor und nach dem Zweiten Weltkrieg eine weite Verbreitung fand. „Vergebens bemühten sich die spanischen Priester, die Ausschreitungen des spanischen Kriegsvolkes zu bannen. Unter ihren Augen wurde die Urbevölkerung des Landes versklavt, geschändet und ermordet. Mit bluttriefendem Schwert aber kann man nicht dem milden Gottessohn den Weg bereiten. Während in den Hafenstädten prachtvolle christliche Kirchen emporwuchsen, flohen die verängstigten Indios in die Kordilleren und wichen den Glaubensboten aus, weil diese die gleiche Sprache redeten wie ihre Unterdrücker.“ In dieser von Habgier und Rücksichtslosigkeit durchzogenen Zeit begegnet uns die provozierende Gestalt der hl. Rosa von Lima (1586-1617). „Aus demselben Volk, das ein solches Maß von Blutschuld auf sich geladen hatte, sollte ein Mensch hervorgehen, der aus Mitgefühl ein Zeichen der Liebe und der Buße zu setzen bereit war angesichts der Beleidigungen, die Menschen durch ihr menschenverachtendes Verhalten Gott selbst zugefügt haben. Ein schwaches Mädchen bot sich zu diesem Sühnopfer an, Rosa von Lima, geboren von armen Eltern und erwählt vom Heiligen Geist zu einem Wunder der Gnade.“ Rosa von Lima hieß mit bürgerlichem Namen Isabel Flores de Oliva; ihre Eltern waren beide spanischer Abstammung. Schon als Kind hatte sie den Wunsch, ein gottgeweihtes Leben zu führen. Sie trat mit zwanzig Jahren dem Dritten Orden der Dominikaner bei und trug seitdem den Ordensnamen Rosa a Santa Maria. Als geweihte Jungfrau lebte sie fortan in einer Hütte in der Nähe des Hauses ihrer Eltern, wo sie ein Leben der Buße führte. Die Biografie der heiligen Rosa weist Ähnlichkeiten zur Dülmenerin Anna Katharina Emmerick auf. Noch einmal Hümmeler: „Rein und schön schwebt ihre Gestalt über der trüben Schlammflut von Habgier und Wollust, die Lima verpestete. Nur wenige Menschen wussten von ihrem Opferleben; denn sie floh das Gerede der Leute und ging nur verschleiert den Kirchweg. Zehn Stunden am Tag half sie als Näherin und Stickerin das Brot für ihre zehn Geschwister verdienen, weitere zehn Stunden täglich weilte sei in ihrer ‚Gartenzelle‘, einer selbst gezimmerten Bretterhütte, und redete mit Gott und Heiligen, die sie in vielen Visionen schaute. … Lange Zeit wurde ihr Sühneleiden von den eigenen Eltern missverstanden und als Schwärmerei gedeutet, zumal sie alle Heiratspläne standhaft ablehnte. Willig duldete sie von ihrer Mutter dafür Spott und Schläge; den Frieden und die Fröhlichkeit des Herzens konnte ihr nichts rauben.“
Die nachstehenden Fotos zeigen das Schädelreliquiar der hl. Rosa in der Kirche Santo Domingo in Lima sowie die Wohnzelle und figürliche Darstellungen der Heiligen rund um die Rosa-Gedenkstätte an ihrem Elternhaus.
Am 26. August 2026 ist es zehn Jahre her, dass die Website www.bischof-friedrich-kaiser.de der Öffentlichkeit vorgestellt wurde: Hier finden sich zahlreiche Text- und Bildbeiträge über die Persönlichkeit und das Werk von Bischof Friedrich Kaiser, zumal mit Blick auf seine erwartete Seligsprechung. Gleichzeitig ging damals die Onlineplattform www.caraveli.net an den Start, auf der über das Wirken der „Misioneras de Jesus Verbo y Victima“ informiert wird. Als Webmasterin beider Internetangebote fungiert Christiane Daldrup aus Dülmen.
Im Apostolischen Schreiben „Evangelii gaudium“ würdigte Papst Franziskus 2013 die Bedeutung der weltweiten Vernetzung auch im Sinne der Anteilnahme und Solidarität:
„Heute, da die Netze und die Mittel menschlicher Kommunikation unglaubliche Entwicklungen erreicht haben, spüren wir die Herausforderung, die darin liegt, zusammen zu leben, uns unter die anderen zu mischen, einander zu begegnen, uns in den Armen zu halten, uns anzulehnen, teilzuhaben an dieser etwas chaotischen Menge, die sich in eine wahre Erfahrung von Brüderlichkeit verwandeln kann, in eine solidarische Karawane, in eine heilige Wallfahrt. Auf diese Weise werden sich die größeren Möglichkeiten der Kommunikation als größere Möglichkeiten der Begegnung und der Solidarität zwischen allen erweisen. Wenn wir diesen Weg verfolgen könnten, wäre das etwas sehr Gutes, sehr Heilsames, sehr Befreiendes, eine große Quelle der Hoffnung! Aus sich selbst herausgehen, um sich mit den anderen zusammenzuschließen, tut gut. Sich in sich selbst zu verschließen bedeutet, das bittere Gift der Immanenz zu kosten, und in jeder egoistischen Wahl, die wir treffen, wird die Menschlichkeit den Kürzeren ziehen.“ (EG 87)
Doch zurück zum 26. August 2016: In einem kleinen Festakt wurden die beiden genannten Webseiten freigeschaltet – und zwar in der Kapelle auf dem Dülmener Waldfriedhof. Denn zuvor war an jenem Tag im Rahmen eines „Spirituellen Stadtgangs“ > und in Gegenwart von zwei peruanischen Ordensfrauen auch eine Gedenktafel am Friedhofseingang enthüllt worden, auf der die Hintergründe erläutert werden, weshalb der Friedhof seit 1975 an einer „Bischof-Kaiser-Straße“ liegt.
In einem festlichen Gottesdienst in der Kathedralkirche St. Peter von Caraveli wurde am Samstag, 18. Juli, Monsignore Francisco Castro Lalupú in sein Amt eingeführt. Zu den zahlreichen Gratulanten zählte auch der „Förderverein Caraveli e.V.“ – allerdings nur in Form eines Glückwunschschreibens, das in der Mitgliederversammlung am 24. Juni beschlossen worden war. „Es ist eine schöne Fügung, dass der 18. Juli, der Tag Ihrer Amtseinführung, zugleich der Namenstag des hl. Friedrich (+ 838) ist, des Namenspatrons von Friedrich Kaiser!“, heißt es darin. „Darüber hinaus hoffen wir, dass Sie, verehrter Bischof, auf vielfältige weitere Weise durch die religiöse Gestalt und Ausstrahlung Kaisers bei Ihrer herausfordernden Arbeit inspiriert und angeregt werden.“
Gedanken von Peter Wittkampf.
Friedrich Kaisers Namenspatron ist der heilige Bischof Friedrich von Utrecht (* ca. 780 in Friesland, + 18. Juli 838). Erzogen und schulisch ausgebildet wurde er durch Bischof Richfried und in der damals berühmten Domschule von Utrecht. Nach der Priesterweihe bereitete er die Katechumenen in Friesland auf die Taufe vor. Als Bischof Richfried im Jahr 826 starb, wurde Friedrich zu dessen Nachfolger gewählt. Er lehnte zunächst ab, fügte sich dann aber, als hochgestellte Persönlichkeiten, u.a. Kaiser Ludwig der Fromme, ihn drängten, das Amt anzunehmen. Die Bischofsweihe erfolgte 826, also vor genau 1.200 Jahren. Friedrich nahm auch den ausdrücklichen Wunsch des Kaisers ernst, alles zu tun, um die Bekehrung der Friesen zu vollenden. Er stand in freundschaftlichem Kontakt mit einem der größten und berühmtesten Gelehrten seiner Zeit, Rhabanus Maurus, der seine Persönlichkeit besonders würdigte. Am 18. Juli 838 (nach anderen Quellen schon am 17. Juli) wurde Bischof Friedrich in Utrecht beim Dankgebet unmittelbar nach Beendigung der Messfeier durch Messerstiche ermordet. Sein Gedenktag ist der 18. Juli.
Das, was über Bischof Friedrich von Utrecht glaubhaft überliefert ist, weist erstaunliche Parallelen zur Persönlichkeit des Bischofs Friedrich Kaiser auf. Und das trotz des großen zeitlichen Abstands zwischen beiden Persönlichkeiten! Sehr bemerkenswert ist aber nicht nur die bloße Tatsache, sondern auch die stattliche Anzahl der Gemeinsamkeiten:
Beide Bischöfe
- waren Schüler an kirchlichen Schulen, aus denen viele Missionars-Berufungen hervorgingen,
- erteilten nach der Priesterweihe Unterricht, waren beeindruckende Lehrerpersönlichkeiten und versierte Bibelkenner,
- lebten in persönlicher Bescheidenheit,
- sträubten sich zunächst gegen die Bischofsernennung, fügten sich dann aber im Gehorsam doch,
- schrieben Bücher, in denen sie die Lehre der Kirche in übersichtlicher Form zusammenfassten,
- nahmen vieles auf sich, um sich – als Missionare – gerade auch jenen Menschen persönlich zuzuwenden, deren Leben noch nicht frei war von heidnischen Denk- und Verhaltensweisen,
- setzten sich nach Kräften für das Wohl der ihnen Anvertrauten ein,
- waren – bei aller Entschiedenheit im Eintreten für die Lehre der Kirche – keine „blinden Eiferer“, sondern geschickte, geduldige, milde „Seelenführer“,
- hatten jeweils einen treuen Gefährten, der ihnen vor allem auch bei den beschwerlichen und z.T. gefährlichen Reisen wertvolle Hilfe leistete,
- beiden wurde von bekannten Persönlichkeiten höchste Anerkennung zuteil, auch nach ihrem Tod.
Einleitungsbild: Skulptur des hl. Friedrich im Paulusdom Münster: Michael Bönte
Über den Autor Peter Wittkampf >
Im heißen römischen Sommer nimmt das Kanonisierungsverfahren für Friedrich Kaiser eine weitere Stufe: In diesen Tagen konnte die Postulatorin des Verfahrens, Dr. Maria Victoria Hernandez, dem vatikanischen „Dikasterium für Selig- und Heiligsprechungsprozesse“ insgesamt 22 Exemplare der überarbeiteten „Positio“ übergeben, damit sie dort den zuständigen Bischöfen und Kardinälen ausgehändigt werden. „Dies ist ein Fortschritt“, schreibt Schwester Inmaculata per Mail an den Caraveli-Förderverein, „und wir bitten Sie um Ihre Gebete.“ Die Missionsschwestern von Caraveli sind sehr dankbar, mit Dr. Hernandez eine kompetente Persönlichkeit gefunden zu haben, die in den letzten Jahren die Verfassung der „Positio“ über Friedrich Kaiser engagiert vorangetrieben hat. Neben der „Causa Kaiser“ betreut sie noch weitere Seligsprechungsverfahren bzw. die Erstellung der jeweiligen „Positio“. Eine „Positio“ (Abkürzung für lat. „Positio super virtutibus“, also „Stellungnahme zu den Tugenden“) ist ein Dokument oder eine Sammlung von Dokumenten, die bei einem Seligsprechungsprozess verwendet wird, um einen Glaubenszeugen für „ehrwürdig“ zu erklären. Im Zusammenhang mit Bischof Kaiser hatten sich seit Anfang Februar 2025 die theologischen „Konsultoren“ mit diesem wichtigen und umfangreichen Dokument befasst. Die Aufgabe der Konsultoren ist es, den Text kritisch zu studieren und eventuelle theologische, historische oder sonstige sachliche Nachfragen zu formulieren, damit entsprechende Präzisierungen oder Klärungen vorgenommen werden. In einer gemeinsamen Sitzung der Mitglieder des Dikasteriums am 15. Mai 2025 haben dann die Konsultoren ihre theologischen Voten abgeben, dann erfolgte die Überarbeitung. Die finale Fassung der „Positio“ werden in den kommenden Wochen die Bischöfe und Kardinäle durcharbeiten und dann ebenfalls ein Votum formulieren, das sie dem Papst vorlegen. Das Dikasterium für die Selig- und Heiligsprechungen befasst sich mit zahlreichen Selig- und Heiligsprechungsverfahren. Momentan gehören ihm 19 Kardinäle, 12 Erzbischöfe, 11 Bischöfe, 4 theologische Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sowie die besagten 13 Konsultoren an.
Am Freitag, 19. Juni 2026, hielten sich verschiedene Herz-Jesu-Missionare (MSC) im sommerlichen Dülmen auf, dem Geburtsort von Bischof Friedrich Kaiser. Pater John Chinnapan, Provinzial der indischen Herz-Jesu-Missionare, besuchte seinen Mittbruder Pater Charly, der seit 2017 in der Dülmener Pfarrei St. Viktor wirkt. Pater Chinnapan besuchte die Emmerick-Gedenkstätte bzw. das Grab der Dülmener Seligen, anschließend die Viktorkirche. Er zeigte sich beeindruckt, dass das Andenken an seinen Ordensmitbruder Friedrich Kaiser in Dülmen lebendig ist und betonte, dass er künftig daran mitwirken wolle, dass Kaisers Bekanntheit und Verehrung weitere Kreise zieht. Ebenso gehörte zur Besuchergruppe Pater Dieter Afhüppe, Provinzial der Norddeutschen Provinz, der jahrzehntelang (wie Friedrich Kaiser) in Peru gewirkt hat. Schließlich konnte Pfarrer Markus Trautmann auch Pater Theo Vogelpoth begrüßen, der als Missionar in Papua-Neuguinea tätig war und heute (wie Pater Afhüppe) seinen Ruhestand in Münster Hiltrup verbringt. Vogelpoth empfing am 9. April 1967 in Hiltrup durch Bischof Friedrich Kaiser die Priesterweihe, als sich dieser zum letzten Mal auf einem Heimaturlaub in Europa befand. In dieser Zeit, vor knapp 60 Jahren, besuchte Bischof Kaiser auch die Dülmener Josephsgemeinde: Im Außenbereich der Kirche erinnert heute ein Hinweisschild an seine Visite am 17.April 1967.
Leseprobe aus „Sieben Fotos. Ein Motiv.“
Ein Foto ist für sich genommen eine Momentaufnahme – und doch kann es viele zeitgeschichtliche Hintergründe und biographische Informationen über die dargestellten Menschen vermitteln. In einem neuen Buch mit dem Titel „Sieben Fotos. Ein Motiv.“ werden sieben Fotos aus dem Leben von Friedrich Kaiser (1903-1993) vorgestellt und eingehend betrachtet.
Wir laden ein zu einem Probeschmökern > – im zweiten Kapitel:
Gedanken von Peter Wittkampf.
„Der Glaube versetzt Berge“, sagt man.
Auch die Anden?
Ja, auch die Anden!
Der Glaube des Friedrich Kaiser und „seiner“ Gemeinschaft der Missionsschwestern vom lehrenden und sühnenden Heiland (MJVV) hat die Anden versetzt!
Der Glaube hat sie in einen anderen, einen neuen Zustand versetzt!
Der Glaube – in Verbindung mit Gottvertrauen – hat dies geschafft – und schafft es weiterhin. Im Vorwort seines Buches „Der Ruf aus den Anden“ bezeichnete Bischof Friedrich Kaiser die Anden u. a. als „religiöses Niemandsland“. Doch so, wie sie zunächst noch waren, sind sie nicht mehr! Sie sind in einem anderen Zustand!
Der Glaube war und ist es, der Berge versetzt. Auch die Anden!
Der Glaube! Nicht die Diskussionen um Strukturreformen, nicht die Vielzahl an Räten und Gremien, nicht das Gerangel um Ämter, Kompetenzen und Zuständigkeiten, nicht das Schielen auf den Beifall der Öffentlichkeit!
Aus der „Ars poetica“ des römischen Dichters Horaz (65 – 8 v. Chr.) stammt das berühmte Wort „Parturient montes, nascetur ridiculus mus“ – „Der Berg kreißte und gebar eine Maus.“ Das meint man, wenn ein riesiger Aufwand betrieben wird, am Ende aber nur ein winziges, enttäuschendes Ergebnis herauskommt.
Quasi das Gegenteil von dem, was die MJVV-Schwestern im Geiste von Bischof Friedrich Kaiser unternehmen.
Am Donnerstag, 28. Mai 2026, hat Papst Leo XIV., selbst ein erfahrener Missionar, eine Audienz gegeben für Mitarbeiter des Dikasteriums für Evangelisierung. Eine Passage seiner Ansprache lautet:
„Die Evangelisierung gründet weder auf der Effizienz von Strukturen noch auf gesellschaftlichem Ansehen, ja nicht einmal auf jenem öffentlichen Zuspruch, der sich womöglich zu einem bestimmten Zeitpunkt gewinnen lässt. Entscheidend bleibt vielmehr, sein Vertrauen in die Führung des Heiligen Geistes zu setzen und jenen Wegen zu folgen, die Er weist…“
Dem ist nichts hinzuzufügen!
Papst Leo XIV. hat Monsignore Francisco Castro Lalupú zum neuen Bischof der Prälatur von Caravelí ernannt. Francisco Castro wurde am 13. August 1973 im Bezirk Bellavista-Sullana im Département Piura im Norden Perus geboren und studierte Theolgogie am Seminar der Erzdiözese Piura sowie am Seminar der Erzdiözese Trujillo. Nach seiner Priesterweihe für die Erzdiözese Trujillo am 6. Juni 2004 war Castro in der Pfarrseelsorge und dann in verschiedenen Funktionen der Diözese tätig. Am 4. April 2020 wurde er zum Weihbischof von Trujillo ernannt.
Am 27. Mai 1926 erblickte Reinhold Frieling in Dülmen das Licht der Welt – ein Neffe von Friedrich Kaiser. Nach dem Zweiten Welt krieg trat Reinhold bei den „Hiltruper Missionaren“ ein. Noch im Jahr seiner Priesterweihe, also 1954, folgte er seinem Onkel nach Peru. Nach rd. drei Jahren in Lima begleitete er den neu ernannten Prälaten und späteren Bischof in die Hochanden. Immer wieder erwähnte Friedrich Kaiser in Briefen und Rundbriefen die oft abenteuerlichen Fahrdienste seines Neffen oder sein handwerkliches Geschick. Auch kalligraphisch konnte sich Reinhold betätigen; die von ihm entworfenen Umschlaggrafiken auf Friedrich Kaisers Büchern werden bis zum heutigen Tag nachgedruckt. Reinhold Frieling schonte sich nicht, was nicht ohne gesundheitliche Folgen blieb. Zudem machte ihm Diabetes zu schaffen. Nach insgesamt 17 Jahren in Peru (davon 14 Jahre in Huaraz und Caraveli in den Anden) trat Frieling 1971 seine Heimreise nach Deutschland an. Noch viele Jahre wirkte er als Krankenhausseelsorger in Herten. Er starb am 20. November 2016 und wurde in Hiltrup begraben.
In dem Buch „Sieben Blüten. Ein Baum.“ > (Dülmen 2021) wird das Leben von Reinhold Frieling eingehend gewürdigt.
Beobachtungen von Peter Wittkampf zu Papst Leo und Bischof Kaiser.
Der jeweilige Papst ist immer zugleich auch Bischof von Rom. Als solcher hielt Papst Leo XIV. am 15. Februar 2026 die Sonntagsmesse in der römischen Pfarrkirche Maria Regina Pacis in Ostia-Lido. Die Gegend gilt als sozialer Brennpunkt. Kriminalität, Bandenunwesen, Gewalt, Drogen usw. sind dort nichts Ungewöhnliches. Der Papst sagte in seiner Predigt: „… so sollten wir uns doch daran erinnern, dass das Böse, das wir in der Welt sehen, genau dort seine Wurzeln hat, wo das Herz kalt und hart wird, keine Barmherzigkeit mehr kennt. Das erlebt man auch hier in Ostia, wo leider ebenfalls Gewalt herrscht, die verletzt und um sich greift – bisweilen unter jungen Menschen und Jugendlichen, vielleicht angeheizt durch den Konsum von Drogen, oder durch kriminelle Organisationen, die Menschen ausbeuten, indem sie sie in ihre Verbrechen verwickeln, und mit illegalen und unmoralischen Methoden unlautere Interessen verfolgen. Angesichts dieser Phänomene lade ich euch alle als Pfarrgemeinde ein – vereint mit den anderen positiven und engagierten Kräften, die in diesen Vierteln wirken –, euch auch weiter großzügig und mutig dafür einzusetzen, dass auf euren Straßen und in euren Häusern der gute Same des Evangeliums ausgesät wird. (…) Ja, möge man in der Pfarrei Ehrlichkeit, Offenheit und eine Liebe lernen, die Grenzen überwindet; (…) lernen, Glauben und Leben in Einklang zu bringen, wie Jesus uns lehrt (…). Möge dies, liebe Brüder und Schwestern, das Ziel eurer Bemühungen und eurer Aktivitäten sein – zum Wohl derer, die nah und fern sind –, damit auch diejenigen, die Sklaven des Bösen sind, durch euch dem Gott der Liebe begegnen können: dem einzigen, der das Herz befreit und wirklich glücklich macht. (…)“
Fühlt man sich da nicht ein wenig an den Satz Christi erinnert: „Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe“ (Mt 10,16)? Und genau diesen Satz lesen wir auch in dem Buch „Der Ruf aus den Anden“ von Friedrich Kaiser von 1988, als es um einen Ort namens Progreso (S. 87 ff) und das Dorf Coyllurqui (S. 104) geht, wo die „Misioneras“, die Seelsorgeschwestern von Caraveli, in den 1970er Jahren auf massive Probleme stießen in Bezug auf Verbrechen, Bandenkriminalität, Viehdiebstähle, Morde usw. So etwas gehörte dort fast schon „zur Tagesordnung“. Einige Formulierungen in Bischof Kaisers Bericht seien hier (wörtlich!) wiedergegeben: „Organisierte Banden“, „auch Einzelpersonen machen diese Art Diebstahl zu ihrem Gewerbe“, „Die Banditen scheuen keineswegs den Mord. Er gehört zu ihrem Handwerk.“ (S. 104) Aber die Schwestern bewirkten und bewirken mit ihrem Mut – und ganz sicher auch mit der „Kraft von oben“ (S. 98) – auch in solchen Milieus oft wahre Wunder. So besuchten sie z. B. einmal drei Mörder im Gefängnis. Diese „empfangen die Schwestern mit offensichtlicher Feindseligkeit. (…) Hasserfüllte Augen stieren sie an“, so heißt es in Bischof Kaisers Bericht. (S. 96) Aber nach einem etwa einstündigen Besuch ändert sich die Lage völlig. Die Verbrecher „sind offenbar von der Gnade gepackt.“ (S. 97) „Als die Schwestern gehen, danken alle drei. Einer sagt: `Schwester, das haben wir noch nie gehört…´ Seine Stimme stockt. Er weint. Nein, die Schwestern arbeiten nicht unter Wölfen, sondern unter unglücklichen Menschen. Nicht guter Wille fehlt ihnen, sondern Christus.“ (S. 97)
„… so sollten wir uns doch daran erinnern, dass das Böse, das wir in der Welt sehen, genau dort seine Wurzeln hat, wo das Herz kalt und hart wird, keine Barmherzigkeit mehr kennt“, so formulierte es Papst Leo XIV. vor wenigen Tagen, am 15. Februar 2026.
Über den Autor Peter Wittkampf >
Am 12. Februar verstarb im Herz-Jesu-Krankenhaus Münster-Hiltrup Pater Hans Pittruff (1939-2026), der seine Kindheit und Jugend in Dülmen verbrachte. Geboren in Gelsenkirchen, verlor er 1942 bei einem Bombenangriff seinen Vater; daraufhin zog die Mutter mit ihrem Sohn nach Dülmen, wo man sich damals noch vor dem Krieg in Sicherheit glaubte. Am Dülmener Haverlandweg fanden Mutter und Sohn eine Bleibe – und erlebten hier 1945 das Inferno der Zerstörung Dülmens.
Ab 1950 lebte Hans Pittruff im Internat der Herz-Jesu-Missionare in Hiltrup und besuchte bis zum Abitur 1959 das dortige Kardinal-von-Galen-Gymnasium. Anschließend trat er ins Noviziat des Ordens in Vussem ein; es folgten das Studium der Philosophie und Theologie in Kleve und Oeventrop. 1965 empfing Hans Pittruff die Priesterweihe. In den folgenden Jahrzehnten wirkte er als Religions- und Französischlehrer am ordenseigenen Gymnasium im Saarland, später in der Krankenhausseelsorge. Nachdem er wieder nach Hiltrup zurückgekehrt war, übernahm er 1994 die Schriftleitung der „Hiltruper Monatshefte“. In seiner redaktionellen Verantwortung (bis zur Einstellung des Heftes 2022) zeigte Pater Pittruff immer wieder großes Interesse am Fortgang der Seligsprechung seines Ordensmitbruders Friedrich Kaiser und platzierte auch entsprechende Informationen in den Monatsheften.
Alle Jahre wieder kommen im Januar/Februar fast sämtliche Schwestern der „Misioneras de Jesus Verbo y Victima“ aus allen möglichen Regionen bzw. Einsatzgebieten Südamerikas an ihrem Gründungsort Caraveli zusammen, um hier (in Begleitung einiger Priester) gemeinsame Tage der Exerzitien, der Weiterbildung, des fachlichen Austauschs und der persönlichen Begegnung zu verbringen. Der Großteil der Schwestern ist in ihren Einsatzpfarreien mehr oder weniger abkömmlich, da in diesen Wochen ohnehin die Regenzeit herrscht und somit, etwa in den Hochanden, das öffentliche und gemeindliche Leben großenteils zum Erliegen kommt. Schwester M. Maura hat uns etliche Fotos geschickt, die einen guten aktuellen Eindruck der Gottesdienste und Kursveranstaltungen vermitteln.
Papst empfängt Bischöfe aus Peru.
Am Freitag, 30. Januar, empfing Papst Leo XIV. die peruanischen Bischöfe im Rahmen ihres „Ad-limina“-Besuchs im Vatikan. Der Pontifex rief die Oberhirten aus Peru dazu auf, angesichts so vieler gesellschaftlicher und kirchlicher Herausforderungen des Landes zum Vorbild der Apostel zurückzukehren. Zugleich hob er das geistliche Erbe des hl. Toribio von Mogrovejo (1538-1606) hervor, dessen Kanonisation sich in diesem Jahr zum 300. Mal jährt.
Drei zentrale Säulen nannte Leo XIV. für diesen Weg. Als erstes die Einheit und Gemeinschaft: Die Glaubwürdigkeit der Kirche hänge von der realen Gemeinschaft zwischen den Hirten untereinander sowie mit dem Volk Gottes ab. Spaltungen, Einzelkämpfertum und jede Form der Isolation müssten überwunden werden. Ein zweiter Aspekt, so der Papst, sei die Treue zum Evangelium. Das Wort Gottes müsse „integral“ verkündet werden, ohne die eigene christliche Identität im Dialog mit der Kultur zu verlieren. Und drittens gehe es um die Hingabe und Nähe. Nach dem Vorbild des heiligen Toribio seien die Bischöfe gerufen, sich den Menschen – besonders den Schwächsten – nahe zu fühlen und sie wie ein Vater zu behandeln.
Papst Leo XIV. hob hervor, dass Peru für ihn weit mehr als ein diplomatisches Dossier sei. Er habe dort im Laufe vieler Jahre die „Freuden und Mühen“ mit den Gläubigen geteilt. Er schilderte, wie sehr ihn der „einfache Glaube der Menschen“ geprägt habe, von dem er selbst lernen durfte. Diese Zeit in Peru habe ihm die „Kraft einer Kirche vor Augen geführt, die auch inmitten von Prüfungen zu hoffen weiß“. Diese tiefe emotionale und spirituelle Verwurzelung in der peruanischen Kultur bildet nun das Fundament für seinen leidenschaftlichen Appell an die Bischöfe, das geistliche Erbe des Landes lebendig zu halten.
Eine Bildbetrachtung von Peter Wittkampf über Bischof Kaiser.
Mit dem Pfingstereignis ist die Zusage Jesu verbunden: „Der Geist wird euch an alle erinnern, was ich euch gelehrt habe!“ Dies wird für gläubige Menschen immer dann spürbar, wenn wir mit Freude und Gewinn das Wort der Heiligen Schrift hören und verinnerlichen. In dem Buch „Sieben Ströme. Ein Quell“ über Bischof Kaiser und die Sakramente (Dülmen 2020, S. 15) befindet sich ein Foto mit der Bildunterschrift: „Bischof Kaiser überreicht einer Missionsschwester die Heilige Schrift.“ Zu diesem Bild und zu dieser Bildunterschrift hat Peter Wittkampf einige Gedanken zusammengetragen.
Wenn zwei Personen sich die Hand geben, ist das sicherlich gut. Sich aber die Hand zu „reichen“, das klingt feierlicher. Und schließlich gibt es noch das Wort „überreichen“. Das gebraucht man, wenn z.B. bei einem feierlichen Anlass jemand mit einem Blumenstrauß oder einer Urkunde geehrt wird. Wenn Bischof Kaiser, wie auf dem Foto zu sehen, die Heilige Schrift „überreicht“, weist das auf eine ziemlich große Bedeutung dieses Augenblicks hin. Und in der Tat: Die Geste des Bischofs scheint zu unterstreichen, wie wichtig für die Schwestern in ihrem Wirken die Heilige Schrift sein wird. Sie sollen ja bei den Andenbewohnern u. a. Religionsunterricht erteilen und – in Ermangelung von Priestern – predigen und „Wort-Gottes-Feiern“ abhalten! Hierbei muss die Heilige Schrift verständlich, aber auch treu und authentisch im Sinne Christi und der Kirche verkündet und erklärt werden!
In der Konzilskonstitution „DEI VERBUM“ vom 18. November 1965 heißt es unter der Nr. 21: „Die Kirche hat die Heiligen Schriften immer verehrt wie den Herrenleib selbst, weil sie, vor allem in der heiligen Liturgie, vom Tisch des Wortes Gottes wie des Leibes Christi ohne Unterlass das Brot des Lebens nimmt und den Gläubigen reicht. (…) Wie die christliche Religion selbst, so muss auch jede kirchliche Verkündigung ich von der Heiligen Schrift nähren und sich an ihr orientieren.“ Zu dem Vergleich der Heiligen Schrift mit der hl. Kommunion passt sehr schön, dass die Schwester auf dem Foto die Bibel offenbar im Knien empfängt – so wie es damals auch bei der hl. Kommunion üblich war.
Sowohl Bischof Kaiser als auch den Missionsschwestern war jedoch klar, dass in Bezug auf die Heilige Schrift deren bloße Kenntnis, mag diese auch noch so gut vermittelt werden, nicht reicht. Es muss auch eine starke Gottes- und Nächstenliebe hinzukommen, die die praktische Umsetzung prägt! Das gilt gerade auch in Regionen, in denen es den Menschen oftmals am Nötigsten fehlt. Dies müssen die Schwestern beherzigen, wenn sie glaubwürdig Zeugnis geben sollen, wollen und werden – von dem, was es heißt, wirklich „Christ“ zu sein.
Papst Leo XIV. ging in seiner Audienz-Katechese am 4. Februar 2026 auf die schon genannte Konzilskonstitution „DEI VERBUM“ ein. Er sagte u.a.: „In diesem Sinne dient die Heilige Schrift dazu, das Leben und die Nächstenliebe der Gläubigen zu nähren, wie der heilige Augustinus in Erinnerung ruft: `Wer also die ganzen heiligen Schriften (…) verstanden zu haben glaubt, dabei aber doch (…) jene Doppelliebe zu Gott und zum Mitmenschen nicht auf erbaut, der hat sie noch nicht verstanden.´“ Gleichzeitig wies aber der Papst darauf hin, dass dies nicht dazu führen dürfe, die Bibel bloß als „Hintergrund“ für ein fast ausschließlich soziales Engagement zu verstehen: „Der göttliche Ursprung der Heiligen Schrift erinnert uns auch daran, dass das Evangelium, das dem Zeugnis der Getauften anvertraut ist, zwar alle Dimensionen des Lebens und der Wirklichkeit umfasst, diese aber auch übersteigt: Es lässt sich nicht auf eine rein philanthropische oder soziale Botschaft reduzieren: Es ist vielmehr die freudige Verheißung des ewigen Lebens, des Lebens in Fülle, das Gott uns in Jesus geschenkt hat.“


















