Auf den Spuren von Bischof Friedrich Kaiser in Peru
In der Enzyklika „Fratelli tutti“ von 2020 hinterfragt Papst Franziskus einen „lokalen Narzissmus“, der mit einer gesunden Liebe zur eigenen Kultur wenig zu tun habe. „Hinter diesem Phänomen verbirgt sich ein verschlossener Geist, der aus einer gewissen Unsicherheit und Furcht vor dem Anderen lieber Mauern errichtet, um sich zu schützen. Man kann jedoch nicht auf gesunde Weise lokal denken, ohne eine aufrichtige und von Herzen kommende Offenheit für das Universale, ohne sich von dem, was anderswo geschieht, hinterfragen oder bereichern zu lassen. Ein solch unguter Lokalpatriotismus ist zwanghaft auf einige wenige Ideen, Bräuche und Gewissheiten beschränkt. Er ist unfähig, die vielen Möglichkeiten und all das Schöne überall auf der Welt zu sehen, und es fehlt ihm an authentischer und großzügiger Solidarität.“ (FT 146)
In diesem Sinne möchte das vorliegende Reisetagebuch einladen, sich von den Lebens- und Glaubenserfahrungen der Menschen in Peru anrühren zu lassen und einzutauchen in jene Faszination, die den aus Dülmen stammende Missionar und Bischof Friedrich Kaiser (1903-1993) befähigt hat, den „Ruf aus den Anden“ zu hören und ihm zu folgen. Hier, an den Rändern, stellte sich Kaiser ganz in den Dienst der ihm anvertrauten Menschen und der von ihm gegründeten Schwesterngemeinschaft. Die Begegnung mit einem künftigen Seligen möchte jener Enge in Kirche und Gesellschaft entgegensteuern, vor der Papst Franziskus warnt: „Je weniger Weite ein Mensch in seinem Denken und Empfinden besitzt, desto weniger wird er in der Lage sein, die ihn unmittelbar umgebende Wirklichkeit zu deuten.“ (FT 147)
Eigenverlag · ISBN 978-3-00-071508-2 · 168 Seiten