Der 18. Juli: Friedrich Kaisers Namenstag
Beitrag vom 8. Juli 2026
Gedanken von Peter Wittkampf
Friedrich Kaisers Namenspatron ist der heilige Bischof Friedrich von Utrecht (* ca. 780 in Friesland, + 18. Juli 838). Erzogen und schulisch ausgebildet wurde er durch Bischof Richfried und in der damals berühmten Domschule von Utrecht. Nach der Priesterweihe bereitete er die Katechumenen in Friesland auf die Taufe vor. Als Bischof Richfried im Jahr 826 starb, wurde Friedrich zu dessen Nachfolger gewählt. Er lehnte zunächst ab, fügte sich dann aber, als hochgestellte Persönlichkeiten, u.a. Kaiser Ludwig der Fromme, ihn drängten, das Amt anzunehmen. Die Bischofsweihe erfolgte 826, also vor genau 1.200 Jahren. Friedrich nahm auch den ausdrücklichen Wunsch des Kaisers ernst, alles zu tun, um die Bekehrung der Friesen zu vollenden. Er stand in freundschaftlichem Kontakt mit einem der größten und berühmtesten Gelehrten seiner Zeit, Rhabanus Maurus, der seine Persönlichkeit besonders würdigte. Am 18. Juli 838 (nach anderen Quellen schon am 17. Juli) wurde Bischof Friedrich in Utrecht beim Dankgebet unmittelbar nach Beendigung der Messfeier durch Messerstiche ermordet. Sein Gedenktag ist der 18. Juli.
Das, was über Bischof Friedrich von Utrecht glaubhaft überliefert ist, weist erstaunliche Parallelen zur Persönlichkeit des Bischofs Friedrich Kaiser auf. Und das trotz des großen zeitlichen Abstands zwischen beiden Persönlichkeiten! Sehr bemerkenswert ist aber nicht nur die bloße Tatsache, sondern auch die stattliche Anzahl der Gemeinsamkeiten:
Beide Bischöfe
- waren Schüler an kirchlichen Schulen, aus denen viele Missionars-Berufungen hervorgingen,
- erteilten nach der Priesterweihe Unterricht, waren beeindruckende Lehrerpersönlichkeiten und versierte Bibelkenner,
- lebten in persönlicher Bescheidenheit,
- sträubten sich zunächst gegen die Bischofsernennung, fügten sich dann aber im Gehorsam doch,
- schrieben Bücher, in denen sie die Lehre der Kirche in übersichtlicher Form zusammenfassten,
- nahmen vieles auf sich, um sich – als Missionare – gerade auch jenen Menschen persönlich zuzuwenden, deren Leben noch nicht frei war von heidnischen Denk- und Verhaltensweisen,
- setzten sich nach Kräften für das Wohl der ihnen Anvertrauten ein,
- waren – bei aller Entschiedenheit im Eintreten für die Lehre der Kirche – keine „blinden Eiferer“, sondern geschickte, geduldige, milde „Seelenführer“,
- hatten jeweils einen treuen Gefährten, die ihnen vor allem auch bei den beschwerlichen und z.T. gefährlichen Reisen wertvolle Hilfe leisteten,
- beiden wurde von bekannten Persönlichkeiten höchste Anerkennung zuteil, auch nach ihrem Tod.
Abbildungen:
Abbildung des hl. Friedrich in einer historischen Heiligenlegende: Dietmar Rabich
Skulptur des hl. Friedrich im Paulusdom Münster: Michael Bönte
